Außen Chaos, innen Chaos.

Was ich eigentlich machen sollte: Die Überreste meiner gestrigen Abschiedsparty beseitigen.

Was ich mache: Einen Blogpost schreiben.

Weil mir gerade alles über den Kopf steigt, alles wird zu viel. Zu viel Gefühle auf einmal, die sich zu einem riesigen Gefühlswollknäuel zusammen tun. Zu viel BÄH!

Die letzten 10 Tage war er immer hier, irgendwo um mich. Gestern waren über 40 Leute da, um sich von mir zu verabschieden, da ich in 11 Tagen für 7 Monate nach Indien gehe. Jetzt ist keiner mehr da.

Abschied nehmen stinkt. Abschied nehmen macht das Herz schwer. Abschied nehmen von den liebsten Menschen noch mehr. Abschied nehmen von dir für ganze 7 Monate mit einem letzten Kuss war das Härteste und Schwerste, was ich in den letzten Monaten machen musste. Mit einem verzweifelten, verheulten „Haut doch endlich ab!“ hab ich euch weg geschickt.

Jetzt sitze ich alleine hier, meine beste Freundin liegt mit einem Kater im Bett. Um mich herum Chaos, in mir Chaos. Weiß noch nicht, was schlimmer ist.

Von der Seele schreiben hilft, Musik hören hilft, mich beschäftigen hilft. Doch alleine schaffe ich es weder das Chaos in mir, geschweige denn das Müllbeetbierdosensektflaschenchipstütensauerkrautpavillongeschirrchaos zu bewältigen.

Die einzigen Besucher sind momentan die Tränen, die mich immer mal wieder mies überraschen, ohne Vorwarnung in mein Herz und in meine Augen schleichen und mir noch nicht mal einen genauen Grund sagen. Undefinierbar.

Gestern gab es Malibu-Maracuja, Wodka, Kirschlikör, Batida de Coco, Baileys, Bier und Sekt (etc.) in Massen. Heute gibt es einen frisch gemischten Gefühlscocktail aus extremen Vermissen, sich anbahnender Vorfreude, kribbeliger Aufgeregtheit, nervigen Zweifeln, tief sitzenden Ängsten und Gefühlen, die ich nicht zuordnen kann. Eins kann ich euch sagen: Schmeckt ungefähr so gut wie das, was wir in unserem Restalkholeimer aus noch vollen Bechern und Dosen zusammen gemischt haben. (Nicht, dass ich das probiert hab, aber es riecht schon so.)

Ich hab keine Lust mehr auf Abschiede, weiß aber, dass das die nächsten 11 Tage nicht anders wird. Am 31. August, gegen 11:00 Uhr morgens werde ich mit einer Freundin zusammen in den Flieger nach Chennai, Tamil Nadu sitzen. Das bedeutet: 7 Monate kein Abschied mehr nehmen.

Aber ich bin mir sicher, dass mich in Indien andere Gefühlscocktails erwarten werden. Ob sie besser oder noch schlechter schmecken werden, können mein Herz und ich euch ja dann sagen.

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4 Gedanken zu “Außen Chaos, innen Chaos.

  1. Ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst. Das muss alles ganz schön viel sein. Zu viel. Zu viel auf einmal. Aber ich bin sicher das du als stärkerer Mensch aus dieser Sache gehst. Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit in Indien. Ich beneide und bewundere dich gleichzeitig. Und ich wünsche dir, das deine neue Liebe die Zeit der Distanz übersteht.

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