Dinge, die ich in Deutschland vermissen werde

In 3 Wochen ist es wieder so weit. Abschied nehmen stinkt. Hatte ich das schon erwähnt? Egal, man kann es nicht oft genug sagen. Hier eine Liste von Dingen, die ich an Madurai (bzw. Indien) vermissen werde. Die Reihenfolge hat keine Bedeutung.

1. Die Durchschnittstemperatur von 30°C und die Sonne, die einfach immer da ist. (Außer nachts, da löst der Mond sie ab, aber das ist ja überall auf der Welt so.)

2. Meine Schalhändlerin, die mir mittlerweile zu einer guten Freundin geworden ist. Weil bei ihr die Zeit mit Reden so schnell vergeht, dass man vergisst, dass man eigentlich noch einen Haufen zu organisieren hat und gar keine Zeit zum Plaudern hat. Und weil man bei ihr immer willkommen ist, egal ob man was kauft oder einfach nur zum „Hallo“ sagen vorbei kommt.

3. Den alte Mann mit den großen Zahnlücken, der immer um den Tempel herumläuft und gar nicht mehr die Absicht hat, uns sein Buch anzudrehen, sondern immer anfängt breit zu grinsen, sobald er uns sieht und schon von Weitem winkt.

4. Die Kinder in der Schule. Saran, der kleine dicke Downie, der immer mit weit ausgebreiteten Armen auf mich zurennt und dabei laut und lispelnd „Marshaaaaa“ schreit und mich dann fest umarmt und gar nicht mehr loslassen will. Oder den kleinen Mikesh, der immer wie ein Affe an einem hochklettert und gar nicht genug vom Herumwirbeln und Rumtragen bekommen kann. Oder Mugunthan, der mit mir immer das „Manamana“ aus der Sesamstraße singt (Das ich ihm beigebracht habe.) Und nicht zu vergessen Ragunathan, der mich gestern als seinen besten Freund bezeichnet und mir ein Küsschen auf die Wange gegeben hat. Oder die restlichen 74 Kinder und ihre liebevollen Eigenarten.

5. Das Essen. Weil gut und scharf. Leider auch sehr fettig, was trockene Lippen verhindert, aber nicht gut für die Figur ist.

6. Meine indischen Freunde. Die mit uns in Tamilfilme im Kino gehen und uns drei Stunden lang den Film auf Englisch übersetzen. Oder mit uns Berge hochkraxeln und dabei auch durch kleine Flüsschen laufen. Oder die besten großen Brüder der Welt sind und alles dafür tun, dass es uns gut tut. Und das auch gerne machen. Die uns ihre Liebesgeheimnisse und Heiratspläne erzählen. Die uns besser in die indische Kultur eingeführt haben, als unsere Chefs. Die uns auch ganz ehrlich sagen, wenn wir mal scheiße aussehen.

7.  Den ganzen Rest. Soll heißen: Den Schneider, der mir die besten Sachen schneidert und immer so lieb lächelt. Die Möglichkeit, Saris anzuziehen. Die vielen bunten Farben draußen auf der Straße. Das Stimmengewirr. Riksha fahren. Indische Zugpreise (Liebe Deutsche Bahn, schau dir da mal bitte was ab, ja?).  Und und und.

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