An meine Muse

Liebe Muse,

ich weiß, ich habe dich die letzten Monate stark vernachlässigt, war mit anderen Dingen beschäftigt und mich nicht mehr bei dir gemeldet. Das tut mir Leid, aber ich hatte meine Gründe.

Jetzt bist du weg und ich weiß nicht, wo du dich versteckt hast. Ich habe schon überall gesucht: In meinem Reimlexikon, auf Twitter, in meinen alten Blogeinträgen, auf Instagram, im Wäschekorb, unterm Kopfkissen, in den Kinderbüchern meines kleinen Bruders, in meinem Kopf, in meinem Herzen und in wahrhaft jeder Ecke dieses kleinen Hauses. Nichts. Du bist spurlos verschwunden. Ohne Abschiedsbrief. Findest du das nicht ein bisschen unfair?

Wir beide, wir waren groß. Zusammen haben wir Menschen in andere Welten entführen und verzaubern können. Wir haben sogar auf Poetry Slam Bühnen gestanden und ab und zu sogar mal gewonnen. Wir haben Wortgebilde geschaffen. Nie dagewesene Wortgebilde. Ohne dich bin ich nicht ich. Das klingt kitschig, aber ist so. Wirklich.

Komm doch wieder! Wahrscheinlich gehst du mir gerade fremd. Bist du bei Anke Fuchs oder Sebastian 23? Weil sie erfolgreicher sind als ich? WIR KÖNNTEN AUCH SO SEIN. Tschuldige, kleiner Ausraster. Komm wieder. Ich mach uns heißen Kakao und wir reden über unsere Differenzen und fangen wieder an miteinander zu arbeiten, ja?

Und komm ja nicht wieder auf die Idee, deinen Bruder hierher zu schicken. Der mag ja ganz nett sein, aber nett ist die kleine Schwester von scheiße. Siehst du, was der mit mir macht? Nur noch Phrasen hab ich im Kopf. Außerdem ist er nur eine Mischung aus Shrek, Mario Barth und Peter Griffin. Du… du bist alle griechischen Götter zusammen. Du bist äußerlich ein bisschen George Clooney und Johnny Depp. Du gehörst zu mir, das weiß du auch.

Bis du wieder da bist werde ich nicht mehr schreiben. Und alle sich bewerbenden Musen wegschicken. Kannst du dir vorstellen, dass letztens eine da war, die so aussah wie Cruella de Vil? Ich habe lachend die Tür zugeschlagen. Für dich wird sie offen sein. Immer.

Ich vermisse dich und will dich wieder haben. Lass uns wieder wunderbares schreiben. Bitte.

Deine M.

P.S. Ich will kein harmloses Küsschen von dir, ich will mit dir schlafen. Denn aus Leidenschaft entstehen die besten Werke.

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Ein Gedanke zu “An meine Muse

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