Die Jugendlichen sind der Sprache ihr Tod…. Alter!

Die deutsche Sprache verfällt,
was Bastian Sick und seinen Homeboys so gar nicht gefällt.
Wo 2005 der Dativ dem Genitiv sein Tod war,
ist heute allen klar:
Die Jugendlichen und ihre Ausdrücke sind Schuld,
die mit ihrem kranken Sprachjugendkult.

Die sagen Dinge wie „Swag“, „Phat“ und „Geil“,
und das, „das geht so gar nicht steil“.
Da werden Mütter beleidigt,
Orthografie und Grammatik plötzlich ganz beseitigt.
Da sind „Diggah“, „Altah“ und „Ey“ Füllwörter,
und „Bitte“ und „Danke“ reine Fremdwörter.

„Anglizismen sind voll der Shit“,
„das kann ich echt nicht liken“,
„Ich kann da überhaupt nicht durchsteigen“,
Meine Fresse, wer kommt denn da noch mit?

Der Optimist sagt „Das Glas ist halb voll“
Der Pessimist, es ist halb leer.
Und der Jugendliche? „Ey, der Becher ist voll leer.“
Und diese zahlreichen Variationen machen das mit unserer Sprache dann doch irgendwie schwer.

Da gibt es jeden Tag ein neues Wort,
von Swag zu Yolo, Wörterimport
„You only live once“ als Motto einer ganzen Generation,
der nur das Internet und das Fernsehen als Inspiration
fürs Leben bleibt und (die) sich immer mehr abschreibt.

„Schreib dich nicht ab, lern richtig sprechen.“
als Kampagne gegen Sprachverfall.
Aber liebe Menschen, ich will eure Motivation und so nicht unterbrechen,
aber ist das noch Sprachverfall oder schon Wandel?

Denn ohne Wandel, würden wir sprachlich noch im Minnegesang verweilen,
Männer würden Frauen nicht mit „Süße“, sondern mit „Wib“ ansprechen und an Liedern für uns feilen.
So sang schon Walther von der Vogelheide:

Under der linden
an der heide,
dâ unser zweier bette was,
Dâ muget ir vinden
schône beide
gebrochen bluomen unde gras.
Vor dem walde in einem tal,
tandaradei,
Doch bei dem was Männer heute sagen, verdrehn sich mir die Eingeweide.
Von „Ich bin so schlecht im Bett, das musst du erlebt haben.“
bis zu „Na Schatzi?“ gepaart mit peinlichem Kopfnicken
und dem Vorschlag einfach mal „lieb zu ficken“.

Und ohne Wandel, hießen behinderte Menschen noch immer Idioten,
doch Gottseidank ist das mittlerweile verboten.

Vor 50 Jahren wusste man noch, was rechte Sprache ist,
und zwar das, was der gemeine Germanist
als gute Orthografie bzw. Rechtschreibung bezeichnete,
aber es gab ja auch niemanden, der das anzweifelte.

Die deutsche Sprache wurde verehrt
und gelehrt,
doch heute spricht jeder so, wie er will,
Wert auf korrekte Grammatik legt da niemand (mehr) viel.

Auch maßgeblich für deutsche Sprache ist Faulheit,
denn wir Deutschen haben die Fähigkeit
uns einfach zwei Wörter zu nehmen
und sie zu einem Neuen zusammen zu kleben.

Als Beispiele seien hier genannt:
Schneerregen und Bankautomat
Lampenschirm und Doktorgrad.

„Ey isch fick deine Mutter“
mutiert zur Alltagssprache.
Der Umgang miteinander wird immer kaputter,
Respekt wird hier zur Nebensache.

Doch abgesehen davon, hat das mit der Grammatik so keiner richtig drauf,
denn Grammatikkenntnis ist nun mal nichts, was man sich mal eben schnell im Supermarkt kauft.

„Wetten, dass das dass, das das dass aus Wetten dass ist, mit Doppel-s geschrieben wird?“
ein Satz, der Menschen mit das-dass-Schwäche wohl schnell verwirrt.

Viel schlimmer ist jedoch der Verfall von Poesie,
denn wo sich Herz auf Schmerz
und Liebe auf Triebe reimt,
sind zwar die Gesellschaft und ihre Werte ganz gut zusammen gefasst,
doch mein Dichterherz weint.

Die gesamte Sprache braucht eventuell so dringend eine Therapie wie nie.
Oder andere Anregungen und Lösungen.

Wie wäre es denn, wenn Worte Kalorien hätten?
Dann würden wir die Fetten
als Sprachvergewaltiger erkennen
und könnten die Guten von den Schlechten trennen.

Vielleicht würden figurbewusste Menschen, vor allem diese Germanys Next Topmodels, dann endlich mal auf ihr Reden achten,
nach schöner Sprache trachten.
Dann wären wir Schreiber alle wunderschön,
ach, ich vergaß, das sind wir ja schon.

Am Ende lässt sich nur sagen: Ich weiß nicht, was mit unserer Sprache passiert,
Ob Verfall oder bloß Wandel, oder was zwischendrin, ein Wafall, es ist egal:

Sprich, wie du wilst, unaffektiert.
Solang dich deine Umgebung verstehen kann,
bist du mit deiner Sprache schon richtig dran.

Und ganz zum Schluss fällt mir jetzt doch noch was ein:
„Fick deine Sprache oder lass es am Besten sein.“

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