2012 im Schnelldurchlauf

Hübsche Idee von hier und hier.

Januar

Indien. Madurai. Schüler unterrichten, die einen nicht verstehen. Mit Hand und Fuß kommunizieren. Endlich vollkommen im Land angekommen sein. In Bangalore die ersten Slums betreten, schockiert, betreten, erstaunt. Mit den Kindern dort spielen. In Hampi die Natur bewundern und nur noch staunen können vor der Schönheit dieses Ortes. In der Schule Pongal (indisches Erntedankfest) feiern. Den Kindern Liebe schenken und sie akzeptieren, so wie sie sind.

Februar

Eine indische Hochzeit miterleben. Schulwände streichen, obwohl man überhaupt nicht malen kann. Besuch aus Deutschland. Gastfreundschaft im höchsten Ausmaße erleben. Habe meine erste Leiche gesehen. In den Armen seiner Mutter, ein Kind der Schule für behinderte Kinder. Als Teil der „Hostelfamilie“ von der Chefin genannt werden. Viele Umarmungen. Der erste Abschied. Auf zur Rundreise.

März

Bangalore. Dann Gorkana. Eine straßenlose Strandbucht. In einer Hütte direkt am Strand übernachten. Hartnäckige Händler und Schausteller ignorieren. Mumbai. Versmogte Sonnenuntergänge. Grenzenlose Überforderung dieser Riesenstadt. 16 Millionen Einwohner. 55% davon in Slums. Direkt vor den Sternehotels. Das wohl beste Naan in ganz Indien mit Rührei in diesem kleinen „Bistro“ zum Frühstück essen. Udaipur. Lederhandtaschen bis zum geht nicht mehr. Paläste wie aus „Tausend und einer Nacht“. „Octopussy – James Bond“ in jedem Restaurant. Jaisalmer. Erdrückende trockene Hitze. Aufdringliche Inder, die „Do you want sex?“ fragen. Kamelsafari. Auf einem Kamel durch die Wüste reiten und das nicht nur im langsamen Schrittempo. Der Hintern schmerzt danach unendlich. Dheli. Eine Nacht im Hostel und weiter nach Agra. Taj Mahal. Wie gemalt und viel schöner als auf allen Postkarten dieser Welt. Weiter in einen Ort, dessen Namen ich vergessen habe, weil er so hässlich war und gestunken hat. Es wurden Leichen durch die Straßen getragen und anschließend verbrannt. Weiter nach Kalkutta. Wir haben keine Lust mehr, uns irgendwelche Sehenswürdigkeiten anzuschauen und machen es trotzdem. Mehr als 40°C. Chennai. Massage. Madurai. Endgültiger Abschied von Allen. Letzte Einkäufe. Wieder Bangalore. Packen für den Heimflug. Heimflug. Frankfurt. 9°C. Arschkalt. Bruder kauft mir Blumen und Kinderschokolade. Umarmungen.

April

Deutschland ist komisch. Kalt, konsumgeil und komisch. Ich bin überfordert. Fahre nach Lüneburg und Hamburg. Das erste mal wieder in einem deutschen Zug. Deutschland ist immer noch komisch. Manchmal heule ich, so komisch finde ich das. Treffe tolle Menschen, trete zwei Mal auf. Muss erst mal bei diesem Poetry Slam reinkommen. Dauert wohl noch ne Weile. Irgendwas zwischen „Mir geht es gut.“ und „Ich will wieder zurück.“.

Mai

Slam in Mannheim. Moderator begrüßt mich mit „Willkommen daheim.“ Ich bin wieder verliebt. Und fahre nach Berlin. Einfach so. Sehe ihn zum ersten Mal. Schwebe. Dann Umzug. Nach Mannheim. Wieder Stadtleben. So langsam muss ich mich für einen Studiengang entscheiden. Aber da gibt es so viel. Irgendwas mit Medien vs. Irgendwas mit Lehramt. Oder einfach wieder zurück nach Indien.

Juni

Sonderpädagogik auf Lehramt im Fach Deutsch. Endlich entscheiden. Slam in Berlin. Hm, irgendwie kamen meine Texte schon mal besser an. Das erste „Ich liebe dich“ in meinem Ohr. Glück. Unibewerbungen in Berlin, Leipzig. Hamburg und Heidelberg.

Juli

Job suchen. Zeit mit der Familie. Beste Freundin aus Ghana kommt zurück und haut einfach nochmal wieder ab. Und erst als ich bei ihr bin, bemerke ich meine Veränderung und vor allem ihre. Alles komisch. Manchmal vermisse ich Indien so sehr, dass es weh tut. Im nächsten Moment habe ich das Gefühl als hätte ich die 7 Monate in Indien nur geträumt.

August

Mitarbeiterin auf einer Freizeit mit behinderten Erwachsenen. Entdecke eigene Grenzen und überschreite sie. Weiß jetzt, dass ich das richtige machen will. Nur eine Uni, Leipzig, sagt mir zu, in Berlin bin ich auf Wartelistenplatz 1 gelandet. Werde also in einer Stadt studieren, in der ich noch nie vorher gewesen bin. WG-Suche. Hey, Leipzig ist ja echt so günstig, wie alle sagen. Arbeiten, mit einem mehrfach schwerstbehinderten Jungen.

September

Erste WG-Suche. Lepzig ist wunderschön. Ergebnis nach der ersten WG-Suche: Keiner will mich. Und nochmal nach Leipzig, diesmal zwei Zusagen. Glück. Heimfahren. Schon wieder Umzugskisten packen. Organisieren. Umziehen. So ohne Kleiderschrank fliegt nur die Kleidung im Zimmer herum.

Oktober

Bin noch nie so viel Fahrrad gefahren wie in diesem Jahr. Und es ist großartig. Erstes Mal Teilnahme beim livelyrix in der Distillery. Finde es großartig dort und fühle mich wohl. Beschließe, wieder mehr zu schreiben und aufzutreten. Achja, Studium läuft auch. Viele Idioten, aber auch ein paar tolle Menschen.

November

Schon 6 Monate mit ihm zusammen und immer noch glücklich. Faszinierend, dass es jemand so lange mit mir aushält. Ich würde es nicht so lange mit mir aushalten. Studium läuft immer noch. Fahre das erste Mal nach Hause, nach Mannheim. Das Finale der deutschen Meisterschaften im Poetry Slam in Heidelberg. Bin jetzt mit einem Schrei in einem Video vom Team Totale Zerstörung verewigt. Kann man ja mal machen.  Bekomme eine Anfrage für den Poetry Slam auf der Leipziger Buchmesse. Riesenfreude. Seit Indien mehr als 10 Kilo abgenommen. Ohne was zu tun. Läuft.

Dezember

Zwei Slams in Leipzig. Beide großartig, einmal gewonnen. Habe mein Vertrauen in mich und meine Texte und vor Allem in das Leipziger Publikum wieder gewonnen. Frittenbudekonzert. Viel Bass und Beat und Alkohol. Nudelauflaufkochen mit Freunden und viel Glühwein mit Rum. Das ist also dieses Studentenleben, aha. Weihnachten mit der Familie überlebt. Ist auch nicht so schwer, wenn man seine Familie gern hat. Bruder (6) schreit „Awesome“ wie der Zymny. Freundin aus Ghana wieder gesehen. Nachdem sie etwas gegen Schwule gesagt hat, weiß ich, wie sehr sie das krasse Christentum in Ghana verändert hat. Nunja. Kann man nun mal nichts machen. Und morgen wird ins Neue Jahr geküsst. Das kann ja nur großartig werden.

Fazit: AWESOME!

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