Aus dem Tagebuch einer Superheldin

Letztens habe ich Schokopudding gekocht. Und habe das tatsächlich geschafft, ohne dass der Topfboden angebrannt ist. Und weil das dem Können einer Superheldin schon ziemlich nahe kommt, habe ich folgenden Text geschrieben.

Montag
Ich hasse Montage. Montage sind die Angela Merkel unter den Wochentagen. Man weiß nicht genau, was es ist, aber man weiß, dass es nicht gut ist. Da bin ich schon einmal Superheldin und muss trotzdem um 7:00 Uhr aufstehen, weil die Kinder in die Schule müssen und leider nichts von meiner Superhaftigkeit geerbt haben, sondern genau so untalentiert wie ihr Trottel von Vater sind. Keine Ahnung, was ich mir damals gedacht habe, mich auf so ein Hemd einzulassen, aber immerhin verdient er gut. Als Superheldin verdient man ja heutzutage nichts mehr, außer Ruhm und Ehre, aber davon kann man sich ja auch nichts kaufen.
Ob ich ihn liebe? Manchmal. Aber meistens ist er zu sehr damit beschäftigt sich zu bemitleiden, weil seine Frau in Allem besser ist als er und dann muss ich ihn wieder trösten. Ich hätte Batman nehmen sollen, als die Chance noch bestand. Allein dieses Batmobil war ja schon… HACH!
Innerhalb von 5 Minuten hab ich die Lunchpakete gerichtet und den Mann und die Kinder weg geschickt. Die Kinder wissen nicht, dass ihre Mutter Superheldin ist, also muss ich geheim arbeiten. So. Anstrengend.
Doch heute gibt es nichts zu tun, in Deutschland passiert ja nichts und die FDP und die Piraten darf ich leider nicht auslöschen, weil da Menschen sterben würden und ich bin ja eine von den Guten. So eine Scheiße!

Dienstag
In Deutschland passiert immer noch nichts.
Beim Einkaufen konnte ich immerhin ein kleines Kind davor retten aus dem Einkaufswagen zu fallen, doch dann sah ich, wie hässlich es war und bereute meine Tat schon wieder. Ich meine, das Kind wird später mal aussehen wie Uwe Ochsenknecht und das will doch keiner sehen!
Eigentlich hasse ich Menschen, warum muss ich denn dann eine von den Guten sein? Und undankbar sind die auch alle. Vorgedrängelt hat sich die Alte von dem Kind auch noch an der Kasse und ich konnte mich gerade noch zusammen reißen, meine Laseraugen einzusetzen. Nicht auszudenken, was für einen Trubel so ein Aschehaufen und ein weinendes Kind im Rewe auslösen würden. Und was die Superheldenliga dazu sagen würde! Nee, nee, lassen wir das mal, dachte ich mir und packte meine Einkäufe in die Taschen und flog nach Hause.

Mittwoch
Überlege, den Beruf zu wechseln. Superschurke, das wäre doch mal was. Gebäude zerstören, Menschen überfallen und erpressen und allen Angst machen. Das wäre ein herrlicher Spaß! Und einen weiteren Vorteil hätte das ja auch noch: Die anderen Superhelden hätte auch endlich mal wieder was zu tun.
Der Chef der Superheldenliga wollte mich heute zu Wowereit schicken, weil das mit BER ja nun nicht so klappt und er Millionen, nein, Milliarden von Steuergeldern da versenkt und trotzdem drüber lacht. Bin hingeflogen, woraufhin er mich ausgelacht hat in meinem Superheldinnenkostüm und mich von den Männern mit den weißen Jacken hat abholen lassen wollen. Nix da, war so schnell weg wie der Wind und nahm dabei noch ein paar seiner Unterlagen mit. LANGWEILIG!

Donnerstag
Schaute die Unterlagen vom Wowereit durch. Vor allem diese Akte mit der Aufschrift „SUPERGEHEIME GEHEIMUNTERLAGEN. NICHT ÖFFNEN!“ interessierte mich brennend. Sie enthielten noch einige Informationen über weitere Fehler an BER und weil ich keinen Sinn darin sah, Wowereit zu erpressen, weil er eh kein Geld hat, schickte ich die Dokumente einfach gleich an die BILD-Zeitung, die würden das schon richtig anzuwenden wissen.
Danach erhielt ich einen Notfallanruf von Spiderman, der sich blöderweise selbst mit seinen Spinnweben gefesselt hatte und nun wie ein Schmetterling in seinem Kokon an irgendeinem Skyscraper hing. Ich sagte ihm, dass ich keine Lust hatte ihn zu retten, nachdem er mich vor 10 Jahren einfach hat sitzen lassen, er solle doch seine geliebte Mary Jane fragen. Die hat zwar leider keine Superkräfte, aber wahre Liebe ist ja so viel mächtiger als alles andere auf der Welt. Hab ich nach ausführlicher Märchen – und Harry Potter Lektüre gelernt.
Wahre Liebe. Pff. Mal sehen, was der davon hält, wenn ihm das Blut in den Kopf gestiegen ist. Vollidiot.

Freitag
Heute besuchte ich inkognito ein Superschurkenligatreffen. Musste enttäuscht feststellen, dass das alles jammernde Memmen sind und beschließe nun, die Weltmacht an mich zu reißen. Das kann ja keiner mehr mit ansehen. Kein Wunder, dass es keine Weltkriege mehr gibt.
Ansonsten habe ich die Kinder übers Wochenende zu ihren Großeltern gebracht, Weltmachtübernahmepläne lassen sich schließlich nicht mit nervigem Geplärre erledigen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich kein Herz mehr besitze oder zumindest nicht zu Liebe fähig bin. Naja. Auch nicht so schlimm.

Samstag
Habe die Weltmacht an mich gerissen. Mit einer Supermacht und Brüsten ging das ganz leicht. Batman ist jetzt mein Assistent, Spidermann küsst mir die Füße und Mary Jane putzt das Haus. Das ist so groß, dass es eine ganze Malediveninsel einnimmt. Sie wird also zu tun haben. Meine Kinder sind hier auch noch irgendwo, meinem Mann habe ich ein paar Playmates in seinen Bereich des Hauses bereit gestellt. Er nennt sich jetzt „Hugh Hefner“. Komischer Mann.
Irgendwie auch langweilig so. Immer kommt jemand zu mir und will irgendwas. Und die Wirtschaft muss ja auch geregelt werden. Und die armen Leute. Mann, Mann, Mann. Die gehen mir vielleicht auf die Nerven mit ihrem Gejammer.

Sonntag
Habe die Weltmacht wieder Amerika, China und Deutschland gegeben. War mir zu anstrengend. Habe die gesamte Menschheit aus dem Weltraum geblitzdingst und alles ist wieder wie vorher.
Habe gemütlich mit meiner Familie gefrühstückt. Irgendwie ja auch schön, so ein normales Leben.

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4 Gedanken zu “Aus dem Tagebuch einer Superheldin

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