Sonntag

Es ist Sonntag. Übermorgen schreibe ich meine erste Uniklausur und eigentlich sollte ich lernen. Sagt mein Gewissen. Aber eigentlich hab ich für diese Klausur auch schon alles im Kopf. Was komisch ist. Ungewohnt. Und außerdem treffe ich mich in zwei Stunden mit Kommilitonen zum Lernen. An einem Sonntag. Sollte der Sonntag nicht der Tag sein, an dem man soziale Kontakte vermeidet? An dem man sich in seinem Zimmer verkriecht, sich den ganzen Tag zu irgendwas motivieren muss und dann am Ende aufgrund dieser Anstrengung sich selbst zu motivieren in der Badewanne versinkt.

Oder man sollte ganz viel lesen. So viele ungelesene Bücher in meinem Schrank und irgendwie komm ich doch nicht dazu. Das ist doch traurig. Also mich macht das traurig. Und dann gibt es da noch diese vielen ungesehenen Serien, die man sich anschauen sollte.

Aber mein Gewissen sagt mir schon wieder, dass ich lernen muss. Bin ich froh, dass in zwei Wochen alles rum ist und ich erstmal zwei Monate nichts mehr lernen muss. Vielleicht fängt ja dann das süße Studentenleben an, von dem alle immer reden.

Studenten schlafen ja auch jeden Tag immer ganz lang aus. Bis Mittags. Mindestens. Ich hatte dieses Semester ein Seminar, das um 7:30 Uhr morgens angefangen hat, sonst immer um 9:15 Uhr. Aber ja, wir Studenten sind faules Volk und ernähren uns außerdem auch nur ungesund. Deswegen gibts bei uns in der WG heute ja auch Spinat, Kartoffeln und Ei. Weil wir so ungesund leben. Und betrunken sind wir auch ständig. Und erwähnte ich schon faul? Das sind wir auch noch. „Such dir doch noch ’nen Job, dann hast du mehr Geld.“, sagen sie. Ja klar, das hatte ich die ersten zwei Monate im Studium und irgendwie war das scheiße. Weil die in der Uni, die wollen ja auch, das man was zu Hause für die Uni macht. Und mit Job konnte ich das nicht mehr machen. Aber ohne Job sind so viele Extras nun auch nicht drin. Aber da bin ich jetzt ehrlich: Ich komm lieber in der Uni mit, damit ich später in meinem Beruf glänzen kann, als Job und Studium zu haben und in beidem nur so mittelmäßig zu sein. Mittelmaß ist nichts für mich und deswegen mach ich lieber eine Sache, aber die dafür dann auch richtig. Und nebenbei einen Job zu haben, schlaucht. Raubt Energie. Vielleicht bin ich dafür nicht gemacht, aber die Uni ist momentan mein Vollzeitjob. Oder ich brauch den richtigen Nebenjob. Einer, der nicht so viel Zeit raubt. Egal.

Eigentlich wollte ich ja über Sonntage schreiben, aber an einem Sonntag hat man ja auch so viel Zeit, sich zu echauffieren. Hätte natürlich auch „aufregen“ schreiben können, aber ich studiere Germanistik, da kommt das gut an, wenn man Wörter wie „echauffieren“ verwenden kann. Und zum Nachdenken. Aber ich nerv euch jetzt mal nicht weiter, ich muss mich um mein ungesundes Studentenleben kümmern.

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