Ich verstehe Menschen nicht

Ich verstehe Menschen nicht.

Ich verstehe diese Menschen nicht, die sich an den Rand der Sitzreihen im Hörsaal setzen und sich dann lauthals beschweren, wenn sie andere durchlassen müssen. Und überhaupt, warum ist man eine halbe Stunde vor Vorlesungsbeginn in der Uni?

Ich verstehe auch die Menschen nicht, die sich in die Vorlesungen setzen, um sich dann anderthalb Stunden über ihr Wochenende, den netten Typen von der Party letztens und ihre WGs zu unterhalten. Und dann schnippisch reagieren, wenn ich sie genervt darauf hinweise, dass ich in der Vorlesung sitze, um den Professor zu hören und mir ihr Mittagessensplan scheißegal ist. Ich mein: WARUM STUDIERT MAN DENN DANN, WENN EINEN DAS FACH SO ABSOLUT GAR NICHT INTERESSIERT?

Die Menschen, dieses Mal spezifisch die Frauen, die sich in dünner Strumpfhose und Minirock bei -7°C zum Rauchen raus stellen und dann jammern, dass ihnen kalt ist, verstehe ich auch nicht. Mir wäre verdammt nochmal auch kalt, wenn ich nur Nylonstrumpfhosen und einen Minirock an den Beinen hätte. Abgesehen davon, dass meine Beine zu dick für viel zu kurze Röcke sind.

Wobei ich zum nächsten Thema komme: Ich verstehe Menschen nicht, die sich das Recht nehmen, anderen Menschen vorschreiben zu wollen, was sie anhaben sollen. Also bei normalen Temperaturen, bei kalten geht es nicht um Ästhetik, sonder um die Gesundheit. Beispielthema: Leggins. „Dicke Frauen dürfen keine Leggins tragen.“, sagen sie. Wisst ihr was, ich wiege mehr, als es der Norm entspricht und trage trotzdem Leggins. Und Kleider! Und Röcke! Und auch sonst, was ich will und was mir steht und was mir gefällt. Und wenn irgendeine Modezeitschrift vorgeben will, was „In“ und was „Out“ ist, dann zeig ich ihr den Mittelfinger und zerreiß sie in Stücke.

Außerdem verstehe ich Menschen nicht, die kein Mitleid haben können. Mit Menschen, die auf der Straße leben, die in Entwicklungsländern leben, weil sie nun mal eben geboren worden sind. Diese Menschen, die völlig apathisch vor sich hin leben und die Augen vor Allem verschließen.

Und dann gibt es da noch Menschen, die keinen anderen Ort kennen, als den an dem sie geboren worden sind. Die aber die Mittel hätten, das zu ändern. Aber zufrieden ihr Leben lang an diesem Ort verbringen. Natürlich kann das einige Vorteile haben, aber für mich ist das unverständlich. Ich war schon immer viel unterwegs. An einem Ort halte ich es selten lange aus. Vielleicht verstehen mich andere Menschen ja auch nicht.

Wir haben alle unsere komischen Eigenschaften. Mich verstehen bestimmt viele auch nicht. Wie denn auch, wenn ich es selbst manchmal nicht schaffe. Aber die Universität treibt mich immer mehr in Richtung Misanthropie. Wenn Menschen in Massen auftreten, dann ist das immer anstrengend. Und leider schaffen auch nervige Menschen ihr Abitur. Der Beweis sitzt in meinen Vorlesungen.

Es gibt noch viel mehr Menschen, die ich nicht verstehe. Vielleicht ist es auch die Spezies an sich. Wir sind viel zu komplex, um verstanden zu werden. Wofür gibt es denn Psychologen und Psychiater? Da geht man hin, weil man mit sich selbst nicht weiter kommt oder sogar ganz mit sich selbst verzweifelt. Sich nicht selbst versteht.

Aber, um uns alle mal noch zu beruhigen, zitiere ich an dieser Stelle Heinrich Heine:

Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.

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