Nutellamontag

Heute Morgen war ein sehr merkwürdiger Montagmorgen. Ich war bereits vor dem Weckerklingeln wach, fiel direkt aus dem Bett hüpfte elegant aus dem Bett und war gut gelaunt. Gut gelaunt, an einem Montag, das kommt in etwa so selten vor, wie der Fall, dass jemand 5 Tonnen Nutella klaut. Sollten Sie also demnächst illegale Nutelladealer am Straßenrand auffinden, dann haben Sie den Dieb wohl gefunden. Lachen Sie ihn doch bei der Gelegenheit einfach mal in meinem Namen aus und gratulieren Sie zu so einem grandiosen Coup fragen ihn bei der Gelegenheit mal bitte, was zur Hölle man mit so viel Nutella vorhat? In ihr baden, für gute Haut? Oder einfach so unendlich fett werden, dass man sich nie wieder bewegen muss?

Naja, egal. Zurück zu heute Morgen. Ich kam mir vor, wie im falschen Film. Tatsächlich freute ich mich über das Semesterferienende, entschuldigt, ich meine natürlich das Ende der vorlesungsfreien Zeit, und auf den Unistart. Die Sonne schien und ich war so gut drauf wie Spongebob auf Drogen. Wahrscheinlich wurde mein Gehirn heute Nacht gegen das von Rory Gilmore getauscht oder ich hab mir bloß heftig den Kopf an meinem Bett angeschlagen. Anders kann ich mir dieses irrationiale Verhalten nicht erklären. Dann frühstückte ich und schaute dabei eine halbe Stunde lang Nachrichten. Wie so ein irre gebildeter Mensch. Fehlte nur noch die Tageszeitung, die ich geräuschvoll und wichtigtuerisch umblättern kann. Ich wusste auf Anhieb, was ich anziehen will und verließ eine halbe Stunde vor Vorlesungsbeginn die Wohnung, weil ich meinen Fahrradkorb noch befestigen musste. So viel Motivation und Antrieb hatte ich wohl in 2 Monaten Semesterferien nicht gehabt.

Schließlich bin ich ja wirklich mit dem Fahrrad gefahren und fühlte mich wie eine Studentin. Ja, tatsächlich, ich saß auf dem Fahrrad und dachte mir so „Mensch, du bist eine verdammte Ökoklischeestudentin, dass du dich nicht schämst!“, aber ich lächelte trotzdem und selbst in Anbetracht der vielen Menschen im Hörsaal erschrak ich nicht und rannte auch nicht schreiend aus dem Hörsaal, wie es normal für einen misanthropisch angehauchten Menschen wie mich wäre. Die gute Laune hielt bis zum Ende der Vorlesung, auch wenn sie zwischendurch durch Mordgedanken an das blonde Duttmädchen, dass mindestens fünf blöde Fragen gestellt hatte, leicht getrübt wurde. Als sie dann einen tragischen Tod starb endlich die Klappe hielt, war’s wieder ok.

Selbst als ich mich auf dem Weg in die Innenstadt etwas verfuhr und plötzlich in Narnia landete vor der Unibibliothek stand, obwohl die viel zu südlich liegt, dachte ich mir „Ach, auch schön, so ein Ausflug. Nett hier.“ und fuhr in die richtige Richtung.

In Bildungswissenschaften spielten wir, wie es sich für Pädagogen gehört, Kennenlernbingo. Dafür musste ich mich mit vielen fremden Menschen unterhalten, die ich eigentlich schon auf den ersten Blick doof fand, aber trotzdem lächelte und scherzte. Ja, man hätte mich in diesen 10 Minuten beinahe gesellig nennen können. Und witzig. Und offen. Krasse Action.

Und dann kam das Beste. Beim Einkaufen stellte ich fest: Nutella im Angebot. Insgesamt kaufte ich 5 Gläser, allerdings nur zwei davon für mich. Jeder Mensch freut sich über Nutella, solange es nicht 5 Tonnen sind und man gar nicht weiß, wohin damit. Ich werde es den armen Kindern in Afrika schicken meiner Freundin in Ghana schicken. Ja, heute denke ich mal nicht nur an mich, sondern auch an andere.

Wie ihr seht: Ein außergewöhnlicher Montag. Wenn der jetzt jede Woche so wird bin ich wohl Chuck Norris und habe die schwere Montagsdepression überwunden. Und ihr dürft dann euren Hut vor mir ziehen und sagen „Chapeau, meine Liebe!“. Das hat nämlich noch keiner zu mir gesagt und es wäre schön, das mal zu hören.

Und jetzt bleibt mir nichts anderes zu sagen übrig, als: Genießt euren Montag, ertränkt euren Kopf nicht im Klo, morgen ist Dienstag, dann Mittwoch und dann auch bald schon Freitag!

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