Oh Boy [Film ab(c)! – Challenge]

Seit ich auf Arte „Durch die Nacht mit Tom Schilling und Olli Schulz“ sah, wollte ich unbedingt „Oh Boy“ sehen und war etwas traurig, dass er regulär nicht mehr im Kino läuft. Doch, oh Wunder, in einer wunderbaren Stadt wie Leipzig lief er am Samstagabend noch in einem kleinen, gemütlichen Kino mit flimmernder Leinwand und authentischem Bildknistern.

Kurz zum Inhalt:

Niko Fischer (Tom Schilling) ist Ende Zwanzig, hat sein Jurastudium abgebrochen und irrt seit zwei Jahren ziellos und schlaflos durch Berlin. Am Anfang des Films geht seine Beziehung zugrunde, seine EC-Karte wird am Automaten eingezogen (wie sich später heraus stellt, hat sein reicher, Golf spielender Vater herausgefunden, dass er das Studium geschmissen hat und streicht die monatliche Zahlung von 1000€), er trifft seine alte Klassenkameradin Julika (Friederike Kempter), die noch immer verknallt in ihn ist und noch viele weitere Menschen. Der Film fängt am Morgen an und endet nach einer erlebnisreichen Nacht am Morgen mit einer Tasse Kaffee.

Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht sagen, das würde nur so einiges an Überraschungsmomenten verderben.

Besonderheiten:

Der komplette Film ist in schwarz-weiß gehalten, was dem ganzen nochmal einen besonderen Flair verleiht. Selbst Aufnahmen der dreckigsten und hässlichsten Ecken Berlins wirken kunstvoll und liebevoll. Während Niko quer durch Berlin fährt lernt man die Stadt auch ein bisschen besser kennen. Ich benutze das Wort nicht gerne, aber es wirkt authentisch.

Was fehlt: 

Der rote Faden. Aber das ist bei diesem Film auch nicht besonders schlimm. Es treffen viele kleine traurige, komische, tragische, amüsante, nachdenkliche Geschichten aufeinander, die im Gesamten dieses Kunstwerk (Ohja, ich wage zu behaupten, dass das hier Kunst ist!) ergeben. Und das ist gut so. Sehr gut sogar.

Lieblingsszene:

Eigentliche fast jede, aber besonders lachen musste ich dann doch bei der schwäbischen Kaffeeverkäuferin, die auch im Trailer (s.u.) vorkommt.

Lieblingsdetail:

Als Julika, die alte Klassenkameradin, Niko im Café erblickt und ihm erzählt, dass sie schon immer auf ihn stand, läuft im Café „Teenage Dreams“ von Nada Surf, besonders zu betonen ist hierbei die Stelle „It’s never too late for teenage dreams“. Da musste ich dann doch ein bisschen schmunzeln.

Lieblingszitat:

„Kennst du das Gefühl, dass dir die Leute um dich herum merkwürdig erscheinen? Und je länger du darüber nachdenkst, desto klarer wird dir, dass nicht die Leute, sondern du selbst das Problem bist?“

Fazit:

Schon lange ist die Zeit in einem Kinosaal nicht mehr so schnell vergangen wie bei „Oh Boy“. Ich wollte noch nicht mal blinzeln, um ja nichts zu verpassen. Es ist wahnsinnig komisch, selbstironisch, tragisch, nachdenklich, schräg und so voller Berlinklischees, die in diesem Film aber nicht wie olle Plattitüden, sondern echt wirken. Und zu Tom Schilling ist nur zu sagen: Großartig. Wie immer eben. Der Mann hats halt einfach drauf. Einer der wenigen richtig guten deutschen Schauspieler, die immer wieder großartig spielen. Schaut euch den Film an, ihr werdet es nicht bereuen, ganz im Gegenteil. Mittlerweile ist er als DVD und als Blu-Ray zu kaufen oder auszuleihen. Ich werde ihn mir auf jeden Fall kaufen, „Oh Boy“ hat sich einen Platz in der lebenslangen DVD-Sammlung verdient. Achja, der Soundtrack ist auch großartig. Der ganze Film ist also so großartig, dass mir kein anderes Wort als großartig einfällt.

Trailer:

Weitere Filmclips:

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