Die Sache mit dem Sport

Seit 2 Monaten bin ich motiviert. Abnehmsportmotivert. Ich bin aber auch seit 2 Monaten dauerhaft verletzt. Erst war der Fuß stark geprellt, als der wieder einigermaßen in Ordnung war, bin ich (mal wieder) mit dem Rad gestürzt und hab mir das Knie aufgerissen. Weil ich schusselig und trottelig und tollpatschig und chaotisch und unkoordiniert bin. Quasi dauerhaft unfallgefährdet. Sogar in meiner WG. Vorgestern hat meine Mitbewohnerin ihre Schuhe mit irgendeinem Wachsschutzzeug im Bad eingesprüht. Weil man da am Besten lüften kann. Blöd nur, dass jetzt der ganze Boden rutschig ist und ich bei jedem Gang aufs Klo in Todesgefahr schwebe oder wie eine untalentierte Eistänzerin Richtung Klo rutsche. Etwa so elegant wie dieser Mensch hier. Erst heute bin ich mit der rechten Schulter gegen den Türrahmen gelaufen. Gestern hab ich was unter meinem Bett gesucht und hab mir den Kopf beim Vornüberbeugen auf dem Boden angehauen. Würde man mich den ganzen Tag filmen, es würden grandiose Gifs entstehen, über die jeder im Internet lachen würde.

Wenn man sich das so anschaut, sollte man meinen, so jemand wie ich sollte gar keinen Sport machen dürfen. Das verdoppelt ja die Unfallgefahr und vielleicht sterbe ich dabei. Das ist mir egal. Ich möchte Sport machen, um mich wohl zu fühlen. Bevor ich andauernd verletzt war, bin ich jeden Tag mit dem Fahrrad durch die halbe Stadt und habe mich wohl gefühlt. Also wohler als jetzt, denn jetzt mache ich nichts. Geht ja auch nicht. Es ist unheimlich scheiße, wenn man motiviert ist, aber nicht kann. So unfassbar ätzend.

Und abnehmen möchte ich für mich selbst. Vor zwei Wochen wurden Videos von mir bei einem Poetry Slam gemacht und ich kann sie mir selbst nicht anschauen, weil ich finde, dass ich aussehe wie Cindy aus Marzahn. Also Cindy aus Marzahn in stilvoll und schön, aber trotzdem zu dick. Die meiste Zeit fühle ich mich wohl, so wie ich bin. Das ist auch gut so. Aber manchmal nicht. Und genau diese kleinen Momente möchte ich aus meinem Leben streichen. Mit Sport. Die gesunde Ernährung habe ich eigentlich schon drauf. Man könnte es jetzt als Vorsatz für 2014 sehen, aber sagen wir mal, es ist eher ein Vorsatz fürs Leben. In etwa vier Jahren mache ich mein Referendariat und dann wäre es ja schön, irgendwie irgendwann verbeamtet werden. Aber hey, die Menschen, die darüber entscheiden, schauen tatsächlich auch auf den BMI. Wenn der über 30 ist, kann man das mit der Verbeamtung wohl knicken. Fachliche Kompetenz? Egal! Ich hab in anderthalb Jahren etwa 13 Kilo abgenommen und befinde mich auf jeden Fall unter den 30. Das ist schon mal gut. Aber das geht noch besser. Und da ich keiner dieser Menschen bin, die so viel essen können, wie sie wollen, ohne zuzunehmen, muss ich nun mal was dafür tun.

Ich hoffe jetzt einfach mal, dass das Knie bis nach Silvester wieder fit ist. Also ich kann normal laufen, aber da ich schwimmen gehen möchte, ist der Schorf auf dem Knie noch nicht ganz so ideal. Man stelle sich mal vor, der löst sich beim Schwimmen und jemand anderes schwimmt mit offenem Mund und… BÄH, muss nicht sein. Und warum unbedingt schwimmen? Die Schwimmhalle der Uni bietet das viermal die Woche gratis an und ist nur zehn Minuten Fußweg von mir entfernt. Außerdem trainiert das den ganzen Körper und ist super, um die eigene Ausdauer zu trainieren, weil man  sich im Wasser leichter fühlt, als man ist. Wahrscheinlich werde ich dann mit meinem Gejammer über den Muskelkater all meine Freunde vertreiben, aber das ist mir dann auch ziemlich egal. Weil es hier um mich geht. Nur um mich. Und so ein bisschen Egoismus hat noch nie geschadet. (Außer, wenn es um Kekse geht. Kekse muss man mit Freunden teilen, sonst ist man ein Doofie. Alte Weisheit.)

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