Zwischen den Jahren

„Zwischen den Jahren.“ Eine magische Zeit. Man streichelt sich über das „Weihnachtsfoodbaby“ im Bauch, ist bewegungsunfähig, pupst zwischendurch vielleicht mal und sinniert über sich und das Leben im allgemeinen. Weihnachten ist vorbei, Silvester kommt gleich und jeder hat so seine ganz eigenen Erwartungen ans neue Jahr.

Die gewonnenen Pfunde der zügellosen Weihnachtsvöllerei wieder verlieren.

Sich verlieben, heiraten, ein Kind zeugen, einen Baum pflanzen und ein Haus bauen.

Endlich einen Bestseller schreiben.

Den Job kündigen und endlich machen, was einem Spaß macht.

In die Lieblingsstadt umziehen.

Eine eigene Religion gründen.

Nicht mehr jede Aufgabe prokrastinieren, sondern sofort erledigen.

Alle Folgen Gilmore Girls in einer Woche schauen.

Mein Bruder (7 Jahre alt) äußerte den Wunsch, er wolle gerne Onkel werden. Ich, als einzige Schwester, wäre davon stark betroffen. Der einzige Grund, diesem Wunsch nachzukommen, wäre, eine Tochter zu kriegen, sie „Pippi“ zu taufen und meinen kleinen Bruder nur noch „Kleiner Onkel“ zu rufen. Aber ich glaube, aus solchen Gründen sollte man keine Kinder in die Welt setzen. Lassen wir das vorerst lieber.

Magische Grenze für die sogenannten „guten Vorsätze“ ist Mitternacht zwischen dem 31.12. und dem 1.01. WOOZAAA, ab jetzt wird alles besser. „2013 war jetzt nicht so mein Jahr, aber 2014, das wird MEIN Jahr.“, hört man es durchs ganze Land tönen. Achja? Das ist ja interessant. Weil du ein völlig neugeborener Mensch bist, wenn du am 1.01. mit einem ausgewachsenen Kater mit der Montagslaune und Motivation von Garfield aufwachst? Ist klar.

Der Januar ist der Monat der gestorbenen Vorsätze. In den ersten zwei Wochen sind die Fitnessstudios voll mit Menschen, die voller Motivation ein Probeabo abgeschlossen haben, spätestens in der letzten Januarwoche hört man nur das leise Echo der ächzenden Putzfrauen, die die Geräte endlich putzen können, weil niemand mehr da ist. Lasst uns einen Friedhof für gestorbene und ein Waisenheim für vergessene Vorsätze errichten. „Hier liegt der kleine Vorsatz von Marie M. Sie wollte endlich immer gut gelaunt sein, doch als sie in Hundekot trat, vergaß sie sich und ließ ihn hinter sich. Er starb im jungen Alter von 16 Tagen.“

Doch warum setzen wir uns Mitternacht zwischen dem 31.12. und dem 1.01. als magische Grenze? Weil dann die Zählung neu beginnt? Weil ’ne neue Jahreszahl dahinter steht? Ist das nicht irgendwie Zwang? Warum setzen wir uns dann nicht einfach den 12.5. als Neustart? Oder den 8.9.? Warum nicht einfach morgen? (Ok, morgen ist zufällig der 31.12., aber darum geht es jetzt nicht!)

Wenn wir was machen wollen, dann sollten wir es sofort machen. Weil wir es sonst wahrscheinlich nie tun werden. Warum denn auch? Ist doch alles gemütlich hier in der Komfortzone. Wäre ja anstrengend, was zu ändern. Aber hey: Arsch hoch und los! Jetzt! Nicht am 1.01. einen halbherzigen Versuch starten, weil das da alle so machen. Änder was, weil du es so willst und dich nicht nach anderen richten musst. Jetzt! Und zwar aus ganzem Herzen. Alles andere bringt nämlich nichts.

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Ein Gedanke zu “Zwischen den Jahren

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