Veraenderung in 3, 2, 1…

610019_web_R_K_B_by_Juergen Jotzo_pixelio.deSeit ich denken kann, habe ich immer wieder einen Stempel auf die Stirn gedrückt bekommen: Zu dick. In der Grundschule war ich das kleine Pummelchen, meine Mitschüler triezten mich deswegen. In der weiterführenden Schule wurde es nicht besser, ich war immer die Dicke und zog mich immer mehr zurück. In der achten Klasse sagte sogar mal ein Mädchen, sie wäre nur mit mir befreundet, weil sie neben mir dann schlanker aussehen würde. Meine Großmutter väterlicherseits sprach mich bei Besuchen regelmäßig auf mein zu hohes Gewicht an. Jungs haben mich noch nicht mal mit dem Arsch angeguckt. Selbstbewusstsein konnte ich durch gute Freunde, großartige Lehrer (Die mich zum Beispiel an wunderbaren Theaterprojekten teilnehmen ließen und mir so meine Talente aufwiesen) und meiner Familie (außer meiner Großmutter väterlicherseits, die ist für immer raus.) aufbauen und dafür bin ich sehr dankbar.

Immer wieder habe ich halbherzige Versuche gewagt, abzunehmen. Ging ins Fitnessstudio, fuhr mit dem Fahrrad zur Schule, machte Aerobicübungen zu Hause. Aber alles nicht länger als einen Monat, dann setzte immer wieder der Jojo-Effekt ein, bis ich mit 18 die 100 Kilo Marke geknackt habe. Und selbst da hat es nicht wirklich Klick gemacht. Ich habe zwar irgendwie 8 Kilo abgenommen, war nach dem Abitur aber in Indien, wo es morgens, mittags und abends warmes Essen gab. Plopp, waren wieder 7 drauf. Die hab ich mittlerweile zum Glück wieder runter, sogar mehr als das. Von meinem Höchstgewicht trennen mich jetzt 14 kg und ihr könnt mir glauben, dass ich da nie wieder zurück will.

Warum ich Sport machen will und was mich daran eine ganze Weile gehindert hat habe ich ja bereits ausführlich erklärt. Ich habe jetzt den März vor mir, in dem ich mein erstes Praktikum in einer Grundschule machen werde. Da das aber nur 75 Stunden auf vier Wochen verteilt sind, habe ich viel Zeit. Und die Zeit möchte ich nicht nur mit rumgammeln und Serien gucken verschwenden (also auch, aber nicht nur), sondern sinnvoll nutzen. Für die vorlesungsfreie Zeit habe ich mich für einen Bauch-Beine-Po-Kurs angemeldet und bin, sofern nicht der Vertretungstrainer (An dieser Stelle: Danke für die einwöchige Muskelzerrung, du Arsch!) da ist, bereits begeistert davon, obwohl ich nach dem ersten Training absolut bewegungsunfähig war. Dazu möchte ich noch zweimal die Woche in der Unihalle schwimmen gehen und mindestens einmal zu Hause dieses effektive Workout machen (Habe ich gerade gemacht und fühle mich genauso, wie nach anderthalb Stunden BBP-Kurs.). Das hat den positiven Nebeneffekt, dass ich mich dadurch an der unter mir wohnenden Flötennachbarin mit meinem Getrampel rächen kann.

Ich glaube, es hat Klick gemacht. Seit mein Knie wieder in Ordnung war, bin ich dreimal die Woche schwimmen gegangen. Der Wächter an der Unihalle kennt mich mittlerweile schon mit Namen. Der innere Schweinehund ist vielleicht noch nicht ganz tot, das sagen mir die leeren Schokoladentafeln, aber er liegt in einem tiefen Koma. Ich mein, ich bin sogar nochmal zur Unischwimmhalle los, als ich eigentlich schon unter der warmen, kuscheligen Bettdecke lag. Während man Schlittenhunden vielleicht eine Wurst vor die Nase hängt, damit sie schneller laufen, habe ich das Bild einer schlanken Marsha vor mir. Und genau das möchte ich auch irgendwann im Spiegel sehen. Außerdem war ich seitdem nicht mehr krank, fühle mich allgemein fitter und Rückenschmerzen sind auch Geschichte. Und allein das ist der ganze Aufwand wert.

Schön und gut, aber warum erzähl ich euch das? Als Zusatzmotivation. Je mehr Menschen von meinem Vorhaben wissen, umso mehr Menschen fragen nach, umso mehr Menschen möchte ich also natürlich von Erfolgen berichten, nicht von Misserfolgen. Mittlerweile habe ich hier 104 Blogfollower, das ist Wahnsinn, das sind schon eine Menge Menschen. Ich werde euch hier etwa alle zwei Wochen von Erfolgen, aber auch Schwierigkeiten berichten. Weil ich so das Gefühl habe, Unterstützung zu bekommen, auch, wenn ich die meisten von euch vielleicht gar nicht kenne. Irgendwie muss ich das ja ausnutzen, dass hier so viele Menschen das Textwirrwarr lesen, das ich hier regelmäßig verfasse.

Advertisements

2 Gedanken zu “Veraenderung in 3, 2, 1…

  1. Ich glaube, deine Geschichte kennen einige, so oder so ähnlich, nur zu gut. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben ;)

  2. Hey, finde ich klasse, dass Du Dich aufmachst, so tapfer kämpfst und ein mutmachendes Ziel vor Augen hast. Bewegung kann so gut tun – besonders der Seele! Viel Motivation Dir weiterhin :-)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s