Fuck you, Katie!

Das Internet ist eine schöne Sache. Voll mit Katzengifs, Einhornglaube und intelligenten Menschen. Und dann gibt es noch Katie Hopkins. Ich weiß nicht mehr wie, aber durch wildes Rumklicken in einer gelangweilten Stunde kam ich auf ein Video von ihr und ich kann nur sagen: Ich hasse diese Frau. Katie Hopkins hat es zu ihrem Lebensinhalt gemacht Menschen mit Übergewicht fertig zu machen und zu verurteilen. Mal abgesehen davon, dass niemand das Recht hat irgendwen zu verurteilen, ist es leicht das als normalgewichtige Frau zu tun. Manche kennen sie vielleicht von ihrem Experiment, in dem sie erst 20 Kilo zugenommen hat, nur um sie dann wieder abzunehmen und zu beweisen „Mit Fleiß kann man alles erreichen! Dicke sind nur faul und tun nichts dagegen.“. Dazu hab ich ein paar Dinge zu sagen.

1. Wenn Menschen mit Übergewicht oder dicke Menschen oder fette Menschen oder Menschen mit Gewicht oder Menschen oder wie auch immer man sich selbst benennen möchte nicht abnehmen wollen, dann vielleicht, weil sie sich in ihrem Körper wohl fühlen. Fragt mal Tess Holliday, das erste wirkliche weibliche Plus Size Model (und nicht Größe 38 Plus Size Model) mit Modelvertrag. Das ist eine verdammt attraktive Frau. Weil sie sich selbst liebt und akzeptiert und hinaus schreit „Ich bin dick. Na und? Leckt mich, ich bin heiß.“ Ok, so hat sie das vielleicht nicht gesagt, aber das strahlt sie mit ihrem gesamten Auftreten aus. Es ist ok, nein, es ist gut und wünschenswert sich wohlzufühlen und niemand, vor allem keine Katie Hopkins, hat das Recht einem deswegen ein schlechtes Gewissen einzureden oder das gute Gefühl mit sich selbst zunichte zu machen.

2. Ich spreche mal für mich und führe einen Gegenbeweis auf: Ich bin dick. Und nicht faul. Ich mache mehrmals die Woche Sport, aber anscheinend ist es mein Schicksal dick zu bleiben. Das Prinzip weniger Kalorien zu mir nehmen als ich brauche geht bei mir nicht auf. Seit November habe ich gerade mal ein Kilo verloren, ich hab schon die verschiedensten Ernährungsdinge durch, aber nichts geht mehr. Aber das ist mir die meiste Zeit zumindest ziemlich egal. Manchmal frustriert es. Aber: ICH. BIN. NICHT. FAUL. Weil ich gemerkt habe, dass Sport mir gut tut. Das gesunde Ernährung mir gut tut. Seit ich Sport mache war ich erst einmal innerhalb von anderthalb Jahren krank (krank=mehrere Tage im Bett liegen und bewegungsunfähig zu sein). Und es freut mich, „liebe“ Katie, dass du mit so einem guten Stoffwechsel gesegnet bist, dass du 20 Kilo innerhalb von ein paar Monaten wieder runterkriegst. Ich nicht. Und viele andere nicht. Ich habe über ein Jahr für etwa 8 Kilo gebraucht. Ich gelte immer noch als übergewichtig. Aber ich bin gesund. Ich bin stark. Ich bin fit.

3. Verurteile niemanden aufgrund seines Äußeren. Fitness hat nichts mit dem äußeren Erscheinungsbild zu tun. Ein exemplarisches Beispiel: Ich hatte mal eine Mitschülerin, gertenschlank. Sie war die unsportlichste Person, die ich je getroffen habe. Im Sportunterricht duckte sie sich, wenn ein Ball kam, beim Rundenlaufen war sie immer ganz hinten. Wenn ich sie essen sah, dann meistens nur Mist. Quasi das Gegenteil von dem, was ich jetzt bin. Trotzdem würden die meisten Menschen ihr die Sportlichkeit und mir die Faulheit zuschreiben. Weil irgendwo in der Gesellschaft wie in Stein gemeißelt steht, dass dünne Menschen sportlich und fit und dicke Menschen faul und unsportlich sind. Ich weiß nicht, was man dagegen tun kann. Wahrscheinlich wenig. Denn die Dummheit ist bei manchen Menschen unendlich und unheilbar.

4. FUCK YOU, KATIE! HÖR AUF DICH UM DEN KÖRPER ANDERER ZU KÜMMERN UND MACH DEINEN EIGENEN SCHEISS UND LASS MICH UND ALLE ANDEREN IN RUHE! Wenn man Menschen aufgrund Äußerlichkeiten hasst ist man ein armes Würstchen, aber dann halt doch deine Fresse und bring deine kranken Gedanken nicht an die Öffentlichkeit. Es gibt so viele, die sich wegen solchen Personen wie dir nicht selbst lieben können und sich einreden, dass sie weniger wert sind. Das ist traurig. Du bist traurig.

5. Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich schreiben wollte, weil mich diese Frau so wütend macht. Aber sie ist leider nicht die einzige, die so denkt. Im Fitnessstudio sind manchmal die anderen Kraftraum erstaunt, wenn ich die Gewichte an den Geräten hoch einstelle oder beim Zumba eine Stunde lang durchpower, ohne Pause. Fickt euch. Ich habe schwabbelige Oberschenkel und Oberarme, aber da sind krasse Muskeln drunter, das sag ich euch. Man sieht nicht alles an der Oberfläche. Außer deinen kleinen Penis da in der Trainingsleggings. Ja, den erkennt man klar und deutlich. Tut mir Leid, dass er jetzt noch kleiner geworden ist, weil ich als dicke Frau die Gewichte nach dir höher stellen musste.

6. Das ist jetzt etwas ausgeartet. Aber irgendwohin muss ich ja mit meiner Wut und Genervtheit. Dem Ding mit als Frau im Kraftraum widme ich wohl nochmal einen eigenen Blogeintrag.

7. Ich finde kein Ende, hier also ein passender tumbl-post, den ich vorhin über @katikuersch bei Twitter entdeckt habe:

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Ein Gedanke zu “Fuck you, Katie!

  1. Yo, guter Blog-Eintrag!
    Ich bin 170 cm groß, wiege 56-58 kg und bin knapp über der Grenze zum Untergewicht. Ich war schon immer schlank. Ich geh ins Fitness Studio und schaffe 185 kg in der Beinpresse. Ist nicht wenig für meine Beinchen. Hab von meinen Freunden den härtesten Schuss im Fußball. Aber: Ich nehme nicht zu :( Es gibt das Problem also auch in die andere Richtung. Ich würde gerne 60 kg wiegen, habe es aber noch nie geschafft. Wenn ich zu viel esse, bekomme ich Bauchweh.

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